Verdauungsprobleme und Darmerkrankungen sind ein weit verbreitetes Problem. Es gibt verschiedene Faktoren, die unsere Verdauung und Gesundheit unseres Darms stark beeinflussen. Hierbei spielt die vegane Ernährung für die Verdauung eine entscheidende Rolle, denn sie ist der Prozess, durch den wir die wichtigen Bestandteile unserer Nahrung überhaupt erst aufnehmen können.

Je besser und effektiver unsere Verdauung ist, desto besser für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden.

Die wichtigsten Organe für unsere Verdauung sind der Magen und der Darm. Im Darm befindet sich auch der größte Teil unseres Immunsystems. Umso wichtiger ist es, diesen zu schützen und dessen Gesundheit zu gewährleisten.

Ist eine vegane Ernährung gut für die Verdauung?

Eine Ernährung, die sehr viel verarbeitetes Fleisch und Fertiggerichte enthält, kann unsere Verdauung und unseren Darm stark belasten. Ein besonders wichtiger Faktor für unsere Verdauung, ist die Verfassung und Gesundheit unserer Darmbakterien.

Wie beeinflusst die vegane Ernährung unsere Verdauung?

Die Studie The Effects of Vegetarian and Vegan Diets on Gut Microbiota zeigte, dass Veganer ein sehr vielfältiges Darmmikrobiom haben. Dies deutet darauf hin, dass die vegane Ernährung die Verdauung positiv beeinflusst, was auf eine sehr ballaststoffreiche Ernährung zurückzuführen ist. 

Die Studie zeigte, dass das Risiko für Krankheiten, wie Dickdarmkrebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, umso geringer ist, je größer die Vielfalt und je besser der Zustand der Darmbakterien in unserem Körper ist. 

Weiterhin wurde nachgewiesen, dass pflanzliche Öle und Ballaststoffe, die Produktion guter Darmbakterien erhöhen. Tierisches Eiweiß hingegen kann entzündliche Prozesse während der Verdauung verstärken und die Darmflora verschlechtern. 

Eine pflanzliche Ernährung scheint Vorteile für die Verdauung und für die menschliche Gesundheit zu haben, da diese die Entwicklung vielfältigerer und stabilerer mikrobieller Systeme im Körper fördern kann. 

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Ballaststoffreiche vegane Ernährung und ihre direkten Vorteile für unsere Darmbakterien

Einer der wichtigsten Komponenten der veganen Ernährung für die Verdauung sind die Ballaststoffe. Diese sind unverdauliche Kohlenhydrate, die ausschließlich in Pflanzen vorkommen. Sie erhöhen direkt die Menge der Milchsäurebakterien wie Ruminococcus, E. Rectale und Roseburia im Darm. 

Sie können die Menge der Milchsäurebakterien im Darm steigern. Wie z.B von Ruminococcus, E. Rectale und Roseburia. Milchsäurebakterien sind sehr wichtige Darmbakterien. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zu einer gut funktionierenden Verdauung und sind weiterhin für die Darmschleimhaut wichtig .

Polyphenole, die in pflanzlichen Lebensmitteln enthalten sind, erhöhen die Anzahl der Bifidobakterien und Lactobacillus, die eine entzündungshemmende Wirkung haben und das Herz-Kreislauf-System schützen. 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine vegane Ernährung ein vielfältiges Vorhandensein nützlicher Bakterien fördern kann, dass sowohl das menschliche Darmmikrobiom als auch die allgemeine Gesundheit unterstützt.

Darmflora und die vegane Ernährung

Die vegane Ernährung kann unsere Verdauung positiv beeinflussen. Bitterstoffe und Säuren in veganen Lebensmitteln, wie in Rucola oder in einer Grapefruit beschleunigen und optimieren die Verdauung, da diese die Zersetzungsprozesse im Magen fördern. Jedoch ist es wichtig darauf zu achten, nicht zu viele saure Lebensmittel zu sich zunehmen und auf ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen sauren und basischen Lebensmitteln zu achten. 

Im Darm herrscht ein basisches Verhältnis, wenn wir unseren Darm übersäuern, so stören wir direkt die Verdauung und die Nährstoffverwertung der Nahrung. 

Unsere Darmflora ist dabei entscheidend und hat einen direkten Einfluss auf unsere Gesundheit. Wenn wir unregelmäßig essen, zu oft dieselbe Nahrung und ungesunde Nahrung aufnehmen und zu wenig Kauen, so wirkt sich dies wiederum direkt negativ auf unsere Darmflora aus. 

Wir sollten versuchen grundsätzlich Fertignahrung zu vermeiden, da diese häufig viele ungesunde Cholesterine, Emulgatoren und Konservierungsstoffe enthält, die wiederum unserem Darm schaden. Cholesterine können sich an der Darminnenwand absetzen und somit die Nährstoffaufnahme verringern. 

Emulgatoren und Konservierungsstoffe schaden den Darmbakterien und erschweren somit ebenfalls die Nährstoffaufnahme und die Nährstoffverwertung. Dies sind wichtige Aspekte die es bei dem Thema vegane Ernährung und Verdauung zu beachten gilt.

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Wie lange dauert es, bis sich der Darm an eine vegane Ernährung gewöhnt?

Falls du dabei bist, von der fleischlastigen Ernährung zu einer rein pflanzlichen, veganen Ernährung zu wechseln, mag die Umstellung anfangs etwas mühsam erscheinen. Am Anfang muss sich der Körper und die Verdauung sich eventuell an die vegane Ernährung gewöhnen. Häufig treten die positiven Effekte der veganen Ernährung auf die Verdauung nach kurzer Zeit auf.

Bauchschmerzen und Darmbeschwerden können sich durch diesen Umstieg deutlich reduzieren. Die hohe Aufnahme an Ballaststoffen kann bereits nach kurzer Zeit einen positiven Effekt auf unseren Verdauungstrakt haben.

Es kann einige Tage dauern, bis sich der Körper auf die neue Ernährung eingestellt hat. In der Regel nehmen jedoch die meisten Menschen diese als positiv war. Selten treten konkrete Beschwerden im Kontext der Verdauung oder Gesundheit auf.

Meist sind eher Hungergefühl oder die Lust Fleisch- oder Milchprodukte zu essen größere Probleme bei der Umstellung zur veganen Ernährung.

Wie helfen Enzyme bei der Verdauung?

Enzyme sind in Bezug auf die Verwertung unserer Nahrung, da diese sogenannte Biokatalysatoren sind. Sie spielen im Kontext der veganen Ernährung und Verdauung eine wichtige Rolle. 

Sie erschließen das Wichtigste aus der Nahrung und sind am Stoffwechsel beteiligt und werden somit auch für die Verdauung, das Wachstum und die Atmung benötigt. Alle lebenden Gewebe enthalten Enzyme. 

Wichtige Vitamine und Mineralien für die Enzymproduktion

Jedes einzelne Enzym hat eine bestimmte und individuelle Aufgabe in unserem Körper. Sie bestehen meist aus einem Protein, einem Vitamin oder einem Mineral (Koenzym). 

Somit ergibt sich deren direkte Abhängigkeit aus der Ernährung. Die vegane Ernährung kann hierbei wiederum im Zusammenhang mit der Verdauung einen wichtigen Faktor bilden.

Mineralien, wie Calcium, Magnesium, Zink oder Eisen, sowie Vitamin B3 und B6 sind hierfür unverzichtbar. Bei einer guten Enzymgrundproduktion/-aktivität kann sich die Verdauung und die damit zusammenhängende Nährstoffverwertung in unserem Körper immens verbessern und zu unserer Gesundheit beitragen. 

Säure-Basen-Haushalt und Verdauung

Falls eine Zelle, die ursprünglich Enzyme produziert, unter einem Vitaminmangel leidet und deshalb Enzyme ohne Koenzym erzeugt, stirbt sie früher oder später. Sofern dies in großer Zahl und über eine gewisse Zeit passiert, kann derartiges zu einer Krankheit beziehungsweise zu einer Infektion im Körper führen. 

Hieraus lässt sich ableiten, dass es sehr wichtig für die Enzymproduktion ist, ausreichend Mineralien und Vitamine aus Obst und Gemüse zu beziehen. 

Darüber hinaus ist darauf zu achten, den eigenen Säure-Basen Haushalt des Körpers im Gleichgewicht zu halten, da eine Übersäuerung des Magens oder des Darms Enzyme und an der Verdauung beteiligte Bakterien zerstören kann.

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Wie wirkt sich eine vegane Ernährung auf den Körper aus?

Das Darmmikrobiom ist sehr wichtig für einen ausgewogenen und hohen Vitaminspiegel im Körper. Es spielt bei der Verdauung eine entscheidende Rolle und kann durch die vegane Ernährung beeinflusst werden. Die Vitamine K, B9 und B2 werden von Darmbakterien produziert. Einzelne Bakterien haben individuelle Biosyntheseeigenschaften für verschiedene Vitamine, wie z. B. Bifidobacterium für die Vitamine K, B12, Biotin, Folat und Thiamin.

Die Auswirkungen der veganen Ernährung auf unser Darmmikrobiom

Die Darmwand ist mit einer Vielzahl von Rezeptoren ausgestattet, die auf bestimmte Moleküle reagieren. Diese Rezeptoren spielen eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung der Immunfunktion des Darms und der Homöostase.

Ein wichtiger Typ von Rezeptor in der Darmwand sind die intestinalen Aryl-Kohlenwasserstoff-Rezeptoren (IARC). IARC werden durch bestimmte Moleküle, die als Liganden bezeichnet werden, aktiviert. Liganden der IARC kommen vor allem in pflanzlichen Lebensmitteln vor, insbesondere in Kreuzblütlern wie Brokkoli, Blumenkohl und Rosenkohl.

Die Aktivierung der IARC hat eine Reihe von positiven Effekten auf die Immunfunktion des Darms und die Homöostase. So kann die Aktivierung der IARC die Produktion von Immunzellen fördern, die die Darmwand vor Infektionen schützen. Weiterhin kann auch die Durchlässigkeit der Darmwand verringern werden, was die Aufnahme von Schadstoffen verhindert.

Tierische Fette können die Aktivität der IARC hemmen. Dies kann zu einer Schwächung der Darmbarriere führen, was die Aufnahme von Schadstoffen und die Entstehung von Entzündungen begünstigt.

Eine ausgewogene vegane Ernährung mit viel Gemüse und Obst kann dazu beitragen, die Aktivität der IARC zu fördern und somit die Verdauung zu verbessern.

 

Probiotika

Probiotika sind nicht verdauliche Nahrungsbestandteile, welche direkt die Darmbakterien respektive die Darmflora unterstützen und eine positive Auswirkung auf diese besitzen. Präbiotika sind beispielsweise Inulin und Oligofruktose, welche ein fester Bestandteil von vielem Obst und Gemüse sind. 

Über dies entstehen durch die präbiotische Wirkung bei der Verdauung Gase und kurzkettige Fettsäuren, wodurch die Zahl der wichtigen Darmbakterien, welche an der Nahrungszersetzung beteiligt sind, erhöht wird. Dies ist ein wichtiger Grund warum die vegane Ernährung für die Verdauung sehr gut seien kann.

Zudem verhindern diese, dass sich schädliche Bakterien ansiedeln können. Gleichzeitig wird die Aufnahme von Calcium aus der Nahrung als Folge erhöht. Calcium ist sehr wichtig für unsere Knochenstabilität. Es gibt verschiedenste Arten von Stärken, welche ebenfalls als Präbiotika angesehen werden können, beispielsweise gibt es die sogenannte retrogradierte Stärke. 

Retrogradierte Stärke wirkt sich direkt positiv auf den Energiestoffwechsel der Darmbakterien aus und fördert gleichzeitig das Wachstum und die Aktivität von Darmbakterien, welche für die Verdauung eine entscheidende Rolle spielen. Kartoffeln besitzen zum Beispiel eine hohe Menge an retrogradierter Stärke.

Auswertung der Gut Microbiota Studie

Die bereits erwähnte“The Effects of Vegetarian and Vegan Diets on Gut Microbiota“ Studie hat eine Gegenüberstellung der Effekte von veganer und omnivorer Ernährung auf die Darmmikrobiota und die allgemeine Gesundheit untersucht.

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In der Grafik sind die Farben für die vegane und omnivore Ernährung in der Legende zusammen mit den vollständigen Namen der Kategorien unterhalb der Grafik angegeben:

  • Grün steht für die vegane Ernährung.
  • Rot steht für die omnivore Ernährungsweise.

Darüber hinaus werden die vollständigen Namen der Kategorien in einer separaten Legende erläutert:

  • D&R: Diversität und Reichtum
  • B:F-Verhältnis: Bacteroidetes:Firmicutes-Verhältnis
  • SCFAs-Produktion: SCFAs-Produktion
  • Postb. Einfluss: Einfluss von Postbiotika

Die Auswirkungsskala (0-5) zeigt den positiven Einfluss der jeweiligen Ernährung auf die Darmmikrobiota und die Gesundheit, wobei die vegane Ernährung in allen Kategorien eine höhere Punktzahl aufweist.

Diese Grafik und die ihr zugrundeliegende Studie bieten eine interessante Bewertung der Effekte von veganer und omnivorer Ernährung auf die Darmmikrobiota und die Gesundheit insgesamt. Die wesentlichen Ergebnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Diversität und Vielfalt der Darmmikrobiota: Eine vegane Ernährung fördert die Vielfalt und den Umfang der Mikrobenarten im Darm. Diese Diversität steht in Zusammenhang mit mehreren gesundheitsfördernden Effekten, einschließlich einer verbesserten Darmgesundheit und einem verringerten Risiko für bestimmte Krankheiten.
  • Verhältnis Bacteroidetes Firmicutes: Veganer weisen ein günstigeres Verhältnis von Bacteroidetes zu Firmicutes auf. Ein höherer Anteil dieser Bakterienstämme steht in Verbindung mit einem geringeren Risiko für Übergewicht, Entzündungen und bestimmter Stoffwechselkrankheiten.
  • Produktion von kurzkettigen Fettsäuren (SCFAs): Die vegane Ernährung, reich an Ballaststoffen, fördert die Produktion kurzkettiger Fettsäuren, die im Körper wichtige Funktionen haben, unter anderem die Versorgung der Darmzellen mit Energie, die Gesundheit des Darms und die Regulierung des Immunsystems.

Insgesamt steht die vegane Ernährung nach dieser Studie in Verbindung mit einer gesunden Darmmikrobiom und möglichen gesundheitlichen Vorteilen gegenüber einer omnivoren Ernährung. Diese Erkenntnisse betonen die Bedeutung der Ernährung für die Darmgesundheit und das allgemeine Wohlbefinden.

Wichtige Lebensmittel für eine gute Verdauung

Es gibt verschiedenste vegane Lebensmittel, welche unsere Verdauung und Verdauungsorgane verbessern und diese in ihrer Funktion unterstützen. Viele Menschen leiden an Verdauungsbeschwerden, jedoch können wichtige Bestandteile der veganen Ernährung die Verdauung anregen und deratige Probleme beheben.

Chia-und Flohsamen

Die entzündungshemmende Wirkung der Omega 3 Fettsäuren kann entzündlichen Darmerkrankungen entgegenwirken und diese abschwächen. Flohsamen sind oft als ein natürliches und nebenwirkungsfreies Abführmittel bekannt. 

Flohsamenschalenpulver beinhaltet zu 90% Ballaststoffe, welche die Funktionsfähigkeit des Darms direkt fördern und die Verdauung unterstützen. Weiterhin besteht ein großer Anteil der Flohsamen-Ballaststoffe aus löslichen Ballaststoffen, welche den Blutzuckerspiegel regulieren und gleichzeitig die Cholesterinwerte abmindern. 

Bei Darmentzündungen oder allgemeinen Darmproblemen können Flohsamen aufgrund der gallertartigen Beschaffenheit den Darm und die Darmschleimhaut schützen und regenerieren lassen, welche sich bei derartigen Erkrankungen oft zurückbildet. 

Weiterhin binden Flohsamen Giftstoffe im Darm und die Schalenteile der Flohsamen beseitigen Ablagerungen an den Darmwänden. Durch das altbewährte Naturheilmittel, sprich Leinsamen, können Verstopfungen, Durchfall und Blähungen beseitigt werden. 

Diese bilden, wie Chia- und Leinsamen, kombiniert mit Wasser eine Art Gel, welches ebenfalls Giftstoffe bei der Verdauung einfängt und gleichzeitig die Verdauung anregt. Somit können durch die vegane Ernährung Verdauung und das Ausscheiden von Giftstoffen gefördert werden.

Fazit

Es lässt sich schlussfolgern, dass sich die vegane Ernährung sehr positiv auf unsere Verdauung auswirken kann. Durch die Aufnahme von Ballaststoffen und das Ausbleiben von schwerverdaulichem Fleisch können wir einen direkten Einfluss auf die Gesundheit und Funktionsfähigkeit unseres Darms nehmen. 

Die Gesundheit unseres Darms und die Effektivität unserer Verdauung beeinflussen wiederum maßgeblich unser Immunsystem und unser körperliches Wohlbefinden.

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