Viele Menschen fragen sich, ob das Reizdarmsyndrom durch eine vegane Ernährung verursacht werden kann. Das Reizdarmsyndrom ist eine weit verbreitete Krankheit, die sich massiv auf die Lebensqualität der Betroffenen auswirken kann. Es handelt sich um eine Erkrankung des Darms. Es gibt verschiedene Ansätze, dem Reizdarmsyndrom entgegenzuwirken. In einigen Foren und Beiträgen wird behauptet, dass das Reizdarmsyndrom durch eine vegane Ernährung verursacht werden kann. Ist an diesen Gerüchten etwas dran und wie kann sich eine vegane Ernährung grundsätzlich auf Ihre Verdauung auswirken?

Was ist das Reizdarmsyndrom?

Das Reizdarmsyndrom (RDS) ist eine Erkrankung des Verdauungssystems. Es gibt immer wieder Diskussionen, ob der Reizdarm durch vegane Ernährung beeinflusst oder hervorgerufen werden kann. Diese Erkrankung kann Beschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung hervorrufen. Derartige Symptome können mehrere Tage, Wochen oder Monate andauern. Es ist sehr belastend, mit dieser Erkrankung zu leben. Diese kann den gesamten Alltag stark beeinflussen.

Nach derzeitigem Forschungsstand gibt es keine konkreten offiziellen Heilungsmethoden. Dennoch können Ernährungsumstellung und Medikamente teilweise helfen, die Symptome des Reizdarmsyndroms unter Kontrolle zu halten. Zusätzlicher Stress und genetische Vorbelastungen können ebenfalls eine Rolle spielen. Die genauen Ursachen sind nicht bekannt. Es gibt Hinweise darauf, dass die Nahrung den Darm zu schnell oder zu langsam passiert und hierdurch genannte Symptome auftreten können. Doch kann nun der Reizdarm durch vegane Ernährung entstehen?

Gibt es einen Zusammenhang zwischen veganer Ernährung und dem Reizdarm?

Es gibt Berichte von Menschen, die glauben, dass ihr Reizdarm durch vegane Ernährung beeinflusst wurde. Das Leben mit Reizdarmsyndrom als Veganer kann zu Herausforderungen führen. Nahrungsmittel mit einem hohen FODMAP-Gehalt sind häufig Auslöser des Reizdarmsyndroms, und viele vegetarische und vegane Lebensmittel haben einen hohen Anteil an FODMAPS. Für Veganer kann der Umgang mit dem Reizdarm sehr einschränkend sein und sie daran hindern, ihren Tagesbedarf an Nährstoffen zu decken.

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Was sind FODMAP Lebensmittel?

FODMAP ist die Abkürzung für fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide und (und) Polyole. FODMAPs sind Kohlenhydrate und Zuckeralkohole, die nicht im Dünndarm ins Blut aufgenommen werden, sondern in den Dickdarm wandern und dort von der Darmflora fermentiert werden.

Zu einer ausgewogenen veganen Ernährung gehören meist viel Obst, Gemüse, Vollkorngetreide, Proteine aus Nüssen, Samen und Hülsenfrüchten. Viele Nahrungsmittel dieser Kategorien können IBS-Symptome auslösen, da sie teils  vergärbare kurzkettige Kohlenhydrate und Zuckeralkohole enthalten.

FODMAP-arme Ernährung

Wenn man sich vegan ernährt und das Reizdarmsyndrom verringern möchte, dann sollte man eine FODMAP-arme Ernährung pflegen. Dennoch fragen sich viele, ob der Reizdarm durch vegane Ernährung verschlimmert werden kann. Die FODMAP-arme Ernährung verbietet keine Fleisch- und Milchprodukte, kann aber so gestaltet werden, dass diese mit den Grundsätzen des Veganismus vereinbar ist.

Die FODMAP-arme Diät misst Lebensmittel nach ihrer Fähigkeit, sich im Dünndarm abzubauen. Nahrungsmittel mit einem niedrigen FODMAP-Gehalt lösen weniger gastrointestinale Reaktionen aus, weil der Körper die Nahrungsmittel abbaut, bevor sie den Dickdarm erreichen. Damit die vegane Ernährung nicht den Reizdarm verschlimmert sollte man sich auf Lebensmittel konzentrierten die FODMAP-arm sind. Beispiele hierfür sind:

Gemüse: Spinat, Tomaten, Karotten, Auberginen, Kopfsalat, Ingwer, Paprika, Kartoffeln.

Obst: Heidelbeeren, Bananen, Erdbeeren, Orangen.

Pflanzliche Proteine: Tempeh, fester Tofu, Walnüsse, Erdnüsse, Kürbiskerne.

Körner: Quinoa, Reis, Mais, Hafer.

Milchersatz: Reismilch, Mandelmilch, Kokosmilch.

Wie wirkt sich vegane Ernährung auf den Darm aus?

Wenn man sich vegan ernährt und das Reizdarmsyndrom verringern möchte, dann sollte man eine FODMAP-arme Ernährung pflegen. Dennoch fragen sich viele, ob der Reizdarm nun durch vegane Ernährung verschlimmert werden kann.

Die vegane Ernährung hat in vielen Fällen unabhängig vom Reizdarmsyndrom meist eine positive Auswirkung auf die Verdauung. Sie ist reich an Ballaststoffen und kann unser Darmmikrobiom positiv beeinflussen. Durch ein besseres Darmmikrobiom können wir die Aufnahme von Mikronährstoffen aus der Nahrung verbessern und die Funktionsweise unseres Immunsystems positiv beeinflussen. Die oftmals in veganen Lebensmitteln enthaltenen Bitterstoffe und Säuren, wie z.B. in Rucola oder Grapefruit, beschleunigen und optimieren die Abbauprozesse im Magen.

Es lässt sich festhalten: Das Reizdarmsyndrom wird nicht durch die vegane Ernährung ausgelöst. Dennoch gibt es verschiedene Lebensmittel in der veganen Ernährung, die das Reizdarmsyndrom fördern können. Daher ist es in diesem Kontext wichtig darauf zu achten FODMAP-Lebensmittel zu vermeiden. FODMAP-Lebensmittel finden sich jedoch nicht nur speziell in der veganen Ernährung, sondern auch in der nicht veganen Ernährung und sind somit kein explizites Problem der veganen Ernährung.

Fazit

Der Reizdarm durch vegane Ernährung ist nicht direkt belegt, jedoch sollte man die eigene Lebensmittelauswahl genauer betrachten, wenn man an dieser Erkrankung leidet. Reizdarm ist eine langwierige und unangenehme Krankheit, die man nicht auf die Leichte Schulter nehmen sollte. Es gibt viele vegane Lebensmittel, die sich positiv auf unser Darmmikrobiom auswirken können. Daher ist eine vegane Ernährung auch bei einer Reizdarmerkrankung nicht unbedingt ein Problem.

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